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Vortrag "Weniger ist mehr - die 40 - tägige Fastenzeit"
Fasten ist für viele – wenn nicht gar für die meisten – gleichbedeutend mit Abnehmen. Die Fastenzeit, die richtiger „österliche Bußzeit“ heißt, ist kein kollektives Abspeckprogramm. Es geht auch nicht darum, auf etwas zu verzichten, damit auf etwas verzichtet ist als „Opfer“ für den „lieben Gott“.
Der Vortrag wurde gehalten bei der ökumenischen Veranstaltung "Frühstück und mehr" im Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde Sulzfeld.
⇒ Vortrag
„Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.“ (Röm 10,11)
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
wesentliche Schritte sind in den vergangenen Wochen und Monaten in unserer Kirchenentwicklung 2030 vollzogen worden und weitere werden folgen. Ein herzliches Danke allen, die diesen Prozess konstruktiv voranbringen.
Doch mit diesem Fastenhirtenbrief möchte ich den Blick nicht auf unsere strukturellen Veränderungen lenken, sondern vielmehr auf ein Thema, das uns verstärkt in unserer zerrissenen und von politischen Verwerfungen geprägten Welt umtreibt. Es ist die Frage nach dem Frieden. Dieser Friede ist dort gefährdet, wo der Mensch den Versuchungen erliegt, die im Evangelium beschrieben sind. Diese Versuchungen begegnen uns ständig, sei es auf politischer, gesellschaftlicher wie auf religiöser Ebene. Sie begegnen uns in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. So die Versuchung, von anderen mehr zu verlangen, als diese zu leisten im Stande sind. Wer kann schon aus Steinen Brot machen? Die Versuchung, Menschen zu verherrlichen, sie zu vergöttern, ihnen schon zu irdischen Lebzeiten Kultstatus zuzubilligen, als ob sie uns die Erfüllung aller Wünsche erwirken könnten. Die Versuchung, das Schicksal herauszufordern, in dem kein Risiko zu groß erscheint, um das eigene Glück zu erreichen. Manchmal mag der hinter uns liegende Wahlkampf uns an solche Versuchungen erinnern. Oder denken wir an Personen, die mit allen Mitteln im Leben vorankommen wollen. Wer diesen oder ähnlichen Versuchungen erliegt, hat vielleicht die Chance, mit Geschick und Durchsetzungsvermögen auf der Karriereleiter aufzusteigen. Doch schafft dies auf Dauer wirklich den Frieden mit sich und den anderen sowie das ganz persönliche Glück?
Die Antworten, die Jesus auf diese Versuchungen gibt, weisen in eine andere Richtung. Auf das für uns Menschen unmögliche Wunder, Steine in Brot zu verwandeln, antwortet er, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, sondern von Gottes Wort (Lk 4,4 im Vgl. mit Mt 4,4), das Leben schenkt, Leben über diese Welt hinaus. Statt der Verherrlichung des Bösen geht es einzig und allein um die Anbetung Gottes. Und bei aller Risikofreudigkeit menschlichen Willens bleibt dann doch die vernünftige Abwägung, Gott nicht auf die Probe zu stellen. Kurzum, jedes Mal steht als Antwort auf die jeweilige Versuchung die Beziehung zu Gott. Wenn der Mensch seinen Platz in dieser Welt verantwortlich einnehmen will, so erreicht er dies über die Beziehung zu seinem Gott. Dies ist zugleich der Schlüssel für gelebte menschliche Beziehungen sowie für ein gelungenes, zufriedenes Leben. Daran erinnert uns die Lesung aus dem Buch Deuteronomium. In der Geschichte Israels zeigt sich die göttliche Führung. Diese Führung wird erkannt, anerkannt und in Dankbarkeit für die Ernte in der Anbetung Gottes zum Ausdruck gebracht. In diesem Sinne fordert auch der Römerbrief, sich zur Auferstehung des Herrn zu bekennen. Denn dieses Bekenntnis, dieser Glaube bringt die Rettung.
Dieses Bekenntnis hatte sich auch unser neuer Seliger, Max Josef Metzger, zu eigen gemacht. Er mag in seinem menschlichen Verhalten den schon genannten Versuchungen da und dort erlegen sein, gerade was die Forderungen an andere anging, und seine eigene Risikobereitschaft, es von sich wirklich wissen zu wollen. Kompromisse und das Eingehen auf andere waren nicht unbedingt seine Stärke. Forsch, radikal und herausfordernd konnte er sein und sich durchaus in den Vordergrund stellen. Doch reifte im Laufe seines Lebens in ihm der Gedanke und das Bekenntnis, sich ganz in der Beziehung zu Christus verankert zu wissen. „Christus muss König sein!“ wurde so zu seinem zentralen Lebensinhalt. Auf dieser
Basis sah er die einzige, wahrhaftige Möglichkeit, den Frieden in der Welt zu erreichen. Die Beziehung zu Christus, der Glaube an diesen König, an diesen Friedensfürsten schafft die Grundvoraussetzung für das Zusammenleben der Völker, schafft Gerechtigkeit und Ausgleich, schafft Frieden. Getragen von diesem Bekenntnis des Römerbriefes, das Max Josef Metzger ganz verinnerlicht hatte, konnte er mit froh leuchtenden Augen in den Tod gehen, wie ein Zeitzeuge berichtet.
Basis sah er die einzige, wahrhaftige Möglichkeit, den Frieden in der Welt zu erreichen. Die Beziehung zu Christus, der Glaube an diesen König, an diesen Friedensfürsten schafft die Grundvoraussetzung für das Zusammenleben der Völker, schafft Gerechtigkeit und Ausgleich, schafft Frieden. Getragen von diesem Bekenntnis des Römerbriefes, das Max Josef Metzger ganz verinnerlicht hatte, konnte er mit froh leuchtenden Augen in den Tod gehen, wie ein Zeitzeuge berichtet.
Doch wie werden wir diesen Frieden erreichen können, nachdem wir uns ja der Realität stellen müssen, dass nicht alle Völker und Kulturen Christus als den alleinigen Friedensbringer anerkennen? Dieses Bekenntnis – „Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen“ – ist längst für viele Menschen nicht die alleinige Grundlage für ein Leben in Glück, in Frieden und Zufriedenheit. Da mag ein Blick in die Kriegs- und Krisenregionen dieser Erde schon genügen mit deren Vielfalt von Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen. Nicht weniger bei uns in unserem Land, in dem wir, die wir an Christus glauben, immer mehr zu einer Minderheit werden. Wie kann es dennoch gelingen, ohne unser Bekenntnis aufzugeben, einen Weg zu diesem gemeinsamen Frieden zu finden?
In ihrem Wort „Friede diesem Haus“ vom vergangenen Februar 2024 haben die deutschen Bischöfe versucht, eine Antwort darauf zu geben. Wir heben unter anderem hervor, dass Weltfrieden ohne Religionsfrieden nicht vorstellbar ist. „Da die Welt aber Frieden braucht, um die gewaltigen Probleme bewältigen zu können, die vor ihr stehen, braucht sie dringend auch Frieden zwischen den Religionen. Der Hauptbeitrag, den die Religionen, religiöse Gemeinschaften und religiöse Menschen für den Weltfrieden leisten können, besteht darin, ihre eigene Friedfertigkeit wachsen zu lassen und zu pflegen, um gemeinsam der Dynamik der Gewalt zu widerstehen, die sich immer tiefer in unsere Welt hineinfrisst und sie zu zerstören droht.“ (Nr. 69)
Zu diesem Konflikt- und Gewaltpotential gehören die Klima- und Wasserfrage, die Nutzung verschiedener anderer Ressourcen und Rohstoffe, die einhergehende Problematik der Welternährung und die Migration aus unterschiedlichsten Beweggründen. Denken wir an den Welthandel insgesamt mit seiner stetigen Gewinnmaximierung sowie an die religiösen und kulturellen Unterschiede. Bei all dem muss es den Religionsgemeinschaften ein Anliegen sein, gemeinsam für die umfassende Würde eines jeden Menschen einzutreten, sich gemeinsam der ethischen Verantwortung bewusst zu sein, die in der von Gott gewollten Schöpfung begründet liegt. Hier zeigt sich u. a. die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Und
dieses Zeugnis beginnt ganz praktisch in unseren gelebten Beziehungen. Das wird Beziehungskrisen und Streitereien nicht verhindern. Das löst nicht alle Konflikte und Gegensätzlichkeiten. Zum menschlichen Miteinander gehört der Lernprozess, mit Spannungen und unterschiedlichen Meinungen umzugehen. Aber der Respekt und die Achtung der Würde des anderen wird es nie erlauben, seine Würde in den Schmutz zu ziehen, sie gar zu zerstören, geschweige denn sein Leben zu vernichten. Dort, wo auch eine Versöhnung nicht oder noch nicht erreicht werden kann, mag es helfen, den Abstand so zu wahren, der es Kontrahenten ermöglicht, eigene Wege zu gehen, ohne sich ständig aneinander abarbeiten zu müssen. Auch dies kann der Anfang zu einem Frieden sein, der von Gott ausgeht und der in der Beziehung zu Gott gründet. Die Friedensherrschaft Gottes beginnt immer zunächst bei mir, indem ich mich mit Christus im Herzen dagegenstemme, den genannten Versuchungen zu erliegen. Wo ich bereits erlegen bin, will der Empfang des Bußsakramentes Umkehr und Neuanfang ermöglichen. Nicht zuletzt gehören zu diesem Friedensweg das Gebet und die gelebte Solidarität mit den Benachteiligten unabdingbar dazu. Bei allem Ringen um den rechten Weg zum Frieden, für uns bleibt als Grundlage aller Friedensarbeit die Zusage des Apostels Paulus: „Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.“
Zu diesem Konflikt- und Gewaltpotential gehören die Klima- und Wasserfrage, die Nutzung verschiedener anderer Ressourcen und Rohstoffe, die einhergehende Problematik der Welternährung und die Migration aus unterschiedlichsten Beweggründen. Denken wir an den Welthandel insgesamt mit seiner stetigen Gewinnmaximierung sowie an die religiösen und kulturellen Unterschiede. Bei all dem muss es den Religionsgemeinschaften ein Anliegen sein, gemeinsam für die umfassende Würde eines jeden Menschen einzutreten, sich gemeinsam der ethischen Verantwortung bewusst zu sein, die in der von Gott gewollten Schöpfung begründet liegt. Hier zeigt sich u. a. die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Und
dieses Zeugnis beginnt ganz praktisch in unseren gelebten Beziehungen. Das wird Beziehungskrisen und Streitereien nicht verhindern. Das löst nicht alle Konflikte und Gegensätzlichkeiten. Zum menschlichen Miteinander gehört der Lernprozess, mit Spannungen und unterschiedlichen Meinungen umzugehen. Aber der Respekt und die Achtung der Würde des anderen wird es nie erlauben, seine Würde in den Schmutz zu ziehen, sie gar zu zerstören, geschweige denn sein Leben zu vernichten. Dort, wo auch eine Versöhnung nicht oder noch nicht erreicht werden kann, mag es helfen, den Abstand so zu wahren, der es Kontrahenten ermöglicht, eigene Wege zu gehen, ohne sich ständig aneinander abarbeiten zu müssen. Auch dies kann der Anfang zu einem Frieden sein, der von Gott ausgeht und der in der Beziehung zu Gott gründet. Die Friedensherrschaft Gottes beginnt immer zunächst bei mir, indem ich mich mit Christus im Herzen dagegenstemme, den genannten Versuchungen zu erliegen. Wo ich bereits erlegen bin, will der Empfang des Bußsakramentes Umkehr und Neuanfang ermöglichen. Nicht zuletzt gehören zu diesem Friedensweg das Gebet und die gelebte Solidarität mit den Benachteiligten unabdingbar dazu. Bei allem Ringen um den rechten Weg zum Frieden, für uns bleibt als Grundlage aller Friedensarbeit die Zusage des Apostels Paulus: „Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.“
So segne Sie der dreifaltige Gott, + der Vater und der Sohn und der Heilige Geist!
Freiburg im Breisgau, am Fest Kathedra Petri, dem 22. Februar 2025
Ihr
Erzbischof Stephan Burger
„Siehe, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen nach euch“ (Gen 9, 9)
Liebe Schwestern, liebe Brüder!
Nicht nur im Blick auf die Krisen und die Kriege in der Welt, sondern auch hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen Spannungen in unserem Land ist es vielen eng ums Herz geworden. Anstelle einer zuversichtlichen Haltung für die Zukunft machen sich Resignation, Ängste, Beklommenheit und Verunsicherung breit. Dasselbe spiegelt sich in unseren innerkirchlichen Verhältnissen. Die Kirchenmitgliedschaftsstudie, die im vergangenen Herbst veröffentlich wurde, zeichnet auch für uns als katholische Kirche ein eher düsteres Bild. Mit welcher Perspektive soll sich denn eine Kirche entwickeln, wenn sich nur noch 13 % unserer Gesellschaft kirchlich-religiös gebunden sehen und 56 % sich schon längst als säkular verstehen?
Es stimmt manch jüngere, aber vor allem auch ältere Gläubige in unseren Gemeinden traurig, wenn sie erfahren, wie Gemeindehäuser oder Kirchengebäude veräußert oder vielleicht sogar abgerissen werden, weil diese nicht mehr finanzierbar sind. Es stimmt traurig, wenn Gottesdienste, die für die Gemeinde einmal einen hohen Stellenwert hatten, kaum mehr besucht und mitgefeiert werden. Es löst bei den Engagierten in Ehrenamt und Beruf Enttäuschungen aus, wenn ihre Angebote weniger Resonanz finden. Auch ein mitunter verklärter Blick zurück auf die Pfarrfamilie der 70er und 80er Jahre hilft nicht weiter, wenn es darum geht, sich der harten Realität eines auch selbstverschuldeten Bedeutungsverlustes von Kirche stellen zu müssen.
Ist unsere Gesellschaft deswegen schlechter geworden? Meines Erachtens ist sie so gut oder so schlecht wie zu allen Zeiten, nur, dass sich die Wertmaßstäbe für ein erfülltes Leben verschoben haben. Diese Wertmaßstäbe werden nicht mehr ausschließlich in der Kirche oder innerhalb des Evangeliums gesucht und gefunden. Auch unsere Kinder und Jugendlichen sind längst nicht mehr durch ein Leben in kirchlichen Gruppierungen oder Verbänden geprägt.
Familienleben, Freizeitaktivitäten, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe lassen sich auch ohne kirchlichen Hintergrund gestalten, so deren Erfahrung.
Und die Feier unserer Gottesdienste? Zu unserem Glaubensgeheimnis von Tod und Auferstehung Jesu, in das uns die heilige Eucharistie auf besondere Weise hineinnimmt, haben immer weniger einen inneren Zugang. Ähnliches gilt für den Empfang der anderen Sakramente. Insofern ist unsere Kirchenentwicklung 2030 mit ihren neu zu errichtenden Pfarreien ein konsequenter Schritt, auf die Realität von Glaubensverlust und Mitgliederschwund zu reagieren, um einer geringer werdenden Glaubensgemeinschaft und zurückgehenden materiellen Ressourcen Rechnung zu tragen. Mit diesem realistischen Blick schleicht sich natürlich die große Versuchung ein zu fragen: War alles Mühen und Sorgen, alles Engagement in den vergangenen Jahrzehnten vergeblich? Haben wir als Kirche versagt, unseren Auftrag nicht erfüllt? Nachvollziehbar, dass sich damit ein Zustand gefühlter Depression breitmachen kann, der der Situation der Apostel und Jünger am Karfreitag und Karsamstag gleichkommt. Dieser Zustand fordert uns heraus, wirklich nach dem Grund unseres Glaubens, unseres Christseins und unseres Kirchenverständnisses zu fragen.
Die Heilige Schrift gibt uns klar zu verstehen, dass es keinen Grund gibt, in eine solche Depression zu verfallen oder gar darin zu verharren. Das Markus-Evangelium lässt keinen Zweifel daran, dass Jesus jeglicher Versuchung widerstanden hat. Auch die Wüste als Ort der Versuchung liefert dafür keinen Grund. Die Wüste mag als Ort der Gottesferne und der Lebensfeindlichkeit gelten, ein Ort, der mich an den Rand der eigenen Existenz bringt. Aber gerade deswegen wird die Wüste auch zum Ort der Gottesbegegnung und Gotteserfahrung. In diesem lebensabweisenden Umfeld bleibt nur noch, sich ganz auf Gott hin auszurichten. Das Evangelium ermutigt uns deshalb, in den extremen, wüstenähnlichen Situationen menschlichen und kirchlichen Lebens ebenso der Versuchung zu widerstehen. Es ruft uns auf, umzukehren, uns im Glauben an das Evangelium neu festzumachen. Weil Christus an unserer Seite steht, können wir uns der Realität stellen. Seit Jesus Christus in diese Welt gekommen ist, leben wir in der erfüllten Zeit. Wir leben in der Zeit, in der sich Gott uns zu erkennen gibt. Wir leben in der Zeit, in der uns ein direkter Zugang zu Gott ermöglicht ist. Wir leben in der Zeit, in der wir mit seinem Sohn Jesus Christus auf Tuchfühlung gehen können, mit ihm auf direkte Weise eins werden.
Wir dürfen ihn berühren, ihn regelrecht verinnerlichen. Dies geschieht zum Beispiel in der Feier der heiligen Eucharistie auf einzigartige Weise. In der heiligen Kommunion erleben wir diese Gemeinschaft, die uns dazu befähigen will, diese „Communio“ auch mit all denen zu leben, die mit uns feiern und die mit uns auf dem Weg sind, über die Feier hinaus. Denken wir auch an den Empfang des Bußsakramentes. Mittlerweile ist es ein vernachlässigtes Sakrament geworden, obwohl darin gerade das zum Ausdruck kommt, was ein barmherziger Vater seinem verlorenen und wiedergefundenen Sohn schenkt. Wir dürfen uns auch Zachäus in Erinnerung rufen, für den vom Baum herunter ein neues Leben beginnt.
Der „verlorene“ Sohn wie auch ein Zachäus machten sich Gedanken über ihr Leben. Sie brachten ihr Versagen mit der inneren Haltung einer aufrichtigen Reue vor dem Vater bzw. vor Jesus ins Wort. Und mit der zugesagten Vergebung konnten sie ein neues Leben wagen. Diese Wirklichkeit wird uns durch den priesterlichen Auftrag und im Dienst der Kirche zugesagt.
Ähnliches steckt in sämtlichen Sakramenten, die wir empfangen können. Immer geht es um die liebende Umarmung Gottes, die Teilhabe und Verwirklichung an seiner Gemeinschaft und das schon im Hier und Jetzt. Die zweite Lesung aus dem ersten Petrusbrief verweist uns darauf. Diese Gemeinschaft mit Jesus Christus aus der Tiefe des Herzens zu leben, sich bewusst dieser Gemeinschaft täglich zu öffnen, sollte unser Anliegen sein. Dazu braucht es Orte und Zeiten der Gottesbegegnung, die im Gebet und in der Feier der Gottesdienste ermöglicht werden. Dazu braucht es die Begegnung mit vertrauten Personen, die dasselbe Anliegen teilen. Dazu braucht es die Gemeinschaft derer, die an Christus glauben, um sich auf diesem Weg gegenseitig zu stärken und zu ermutigen. Es braucht diesen konkreten Glaubensvollzug im praktischen Tun und Handeln. So werden gefeierte Liturgie und gelebte Zuwendung zum Nächsten, so werden Gottesdienst und Caritas zum Ausdruck unseres christlichen Glaubenszeugnisses und Glaubensvollzugs. All dem dient unsere Kirchenentwicklung, die Orte des gemeinsamen Christseins auch in Zukunft ermöglichen will; Kirche als verlässlicher Raum der Gottesbegegnung auf vielfältige Weise.
Ein geistliches Leben in den unterschiedlichen Lebensbereichen kann nicht verordnet werden. Liebende Beziehungen zu Gott und den Mitmenschen anzuordnen, wäre ein Widerspruch in sich. Dieses geistliche Leben aber ist Ausdruck unseres Verständnisses von Kirche, das in der ganz persönlichen Christusbeziehung gründet. In diesem Sinne beginnt die Erneuerung der Christusbeziehung und der Kirchenmitgliedschaft immer bei mir selbst. Von Gott ist jedenfalls in Jesus Christus der Bund gesetzt – unwiderruflich!
Liebe Schwestern, liebe Brüder, mögen auch dann und wann in unserer Gesellschaft, in unserem Leben und im Leben der Kirche dunkle Wolken aufziehen, das Herz sich eingeengt und bedrängt fühlen, all das ändert nichts an der Zusage Gottes, bei uns und mit uns zu sein (vgl. Ps 4, 2). Mögen auch im Laufe der Geschichte immer wieder strukturelle Veränderungen nötig werden, das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche Jesu Christi bleibt unverbrüchlich verheißen. In diesem Glauben und Vertrauen gehen wir gemeinsam als Kirche den Weg mit Christus der österlichen Vollendung entgegen. Leben wir unermüdlich, was Jesus uns aufträgt: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“
Oder um noch einmal an das Buch Genesis zu erinnern: „Siehe, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen nach euch.“
So segne Sie der allmächtige Gott, + der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Freiburg im Breisgau,
am Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes,
dem 11. Februar 2024
Ihr
Erzbischof Stephan Burger
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4. Advent/
Heiligabend
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3. Advent
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Ansprache beim Konzert
des Posaunenchors
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2. Advent
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1. Advent
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Gedanken zur Osterkerze 2023
Susanne Hintermayer hat uns dieses Jahr wieder die Osterkerze gestaltet.
"Denn Du bist die Quelle des Lebens und das Licht, durch das wir leben." (Ps 34, 10)
Dieses Psalmenwort liegt der Gestaltung zugrunde.
Hören, sehen, staunen wir. Und lassen wir den Sinn dieser Kerze tief in unsere Seele fallen.
⇒ zum Beitrag auf YouTube
ADVENT 2022
Es gibt wieder einen Online-Kalender durch den Advent.
Ich lade ein, mit mir durch diese - immer dunkler werdenden - Tage zu gehen.
Wir gehen mit einem, der Erfahrung hat mit der Dunkelheit: ein Nachtwächter leuchtet uns mit seiner Laterne den Weg aus.
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1. Dezember
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2. Dezember 3. Dezember
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4. Dezember 5. Dezember
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6. Dezember 7. Dezember
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8. Dezember 9. Dezember
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10. Dezember 11. Dezember
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12. Dezember 13. Dezember
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14. Dezember 15. Dezember
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16. Dezember 17. Dezember
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18. Dezember 19. Dezember
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20. Dezember 21. Dezember
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22. Dezember 23. Dezember
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24. Dezember
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Nachtwächterlied
Hört, ihr Leut, und lasst euch sagen:
unsre Glock hat Zehn geschlagen!
Zehn Gebote setzt Gott ein,
dass wir soll´n gehorsam sein!
Menschenwachen kann nichts nützen,
Gott muss wachen, Gott muss schützen.
Herr, durch deine Güt und Macht,
schenk uns eine gute Nacht!
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Elf geschlagen!
Elf der Jünger blieben treu,
hilf, dass wir im Tod ohn Reu!
Menschenwachen kann nichts nützen…
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Zwölf geschlagen!
Zwölf, das ist das Ziel der Zeit,
Mensch bedenk die Ewigkeit!
Menschenwachen kann nichts nützen…
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Eins geschlagen!
Eins ist allein der ein´ge Gott,
der uns trägt in aller Not.
Menschenwachen kann nichts nützen…
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Zwei geschlagen!
Zwei Weg' hat der Mensch vor sich,
Herr, den rechten führe mich!
Menschenwachen kann nichts nützen…
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Drei geschlagen!
Drei ist eins, was göttlich heißt,
Vater, Sohn, und Heiliger Geist.
Menschenwachen kann nichts nützen…
Hört ihr Leut, und lasst Euch sagen:
unsre Glock hat Vier geschlagen!
Vierfach ist das Ackerfeld, *
Mensch wie ist dein Herz bestellt?
Auf, ermuntert eure Sinnen,
denn es weicht die Nacht von hinnen.
Danket Gott, der uns die Nacht
hat so väterlich bewacht!
Text: Autor unbekanntBearbeitung: Detlef Cordes











































