Wie viele Orte im Kraichgau, so ist auch Sickingen zum ersten Mal in den Jahren 784, 791 und 803 durch Schenkungen an das Kloster Lorsch erwähnt. Damals hieß es Sickincheim,
1344 wird das Dorf als Syggingen erwähnt. Auch das Kloster Weißenburg im Elsaß hatte hier Besitzungen. Graf Gerold und seine Frau Imma machten die ersten Schenkungen.
1281 ist der erste Pfarrer, Gebehard, genannt.
1416 ist Albrecht von Sickingen sogar Dekan des Capitels Bretten.
1468 gibt es in Sickingen einen Pfarrer und zwei Frühmesser.
Die Pfarrkirche zur hl. Maria Magdalena ist bereits 1281 und 1313 erwähnt.
Der Ort war früher im Besitz der Herren von Strahlenberg.
1368 kamen Dorf und Burg an den Pfalzgrafen Ruprecht, Lehensleute waren die Herren von Sickingen, die zeitlebens mit dem Ort verbunden waren.
1288 ist ein Hofwart on Sickingen genannt. Die Sickinger sind größtenteils in der Pfarrkirche begraben, wovon die Grabsteine zeugen. Als erster ist Albrecht von Sickingen genannt, der 1362 in der Kirche begraben wird. Berühmt war Franz von Sickingen (1481 1523), der ein Beschützer Reuchlins und Ullrich von Hutten war und ein Gönner Luthers. Er führte auch in diesem Ort die Reformation ein, die früheste in Baden.
Im Jahre 1522 erbaute Konrad von Sickingen mit seiner Frau Christina die heutige Kirche, 28 x 8 x 9 m groß. Er war auch der Verteidiger Brettens (1504) und ließ in der Brettener Stadtkirche den Lettner errichten. 1539 starb er.
Der Chor der Magdalenenkirche hat ein Netzrippengewölbe, nach vorne schließt er in drei Seiten eines Achteckes. Die Schlußsteine zeigen oben Maria, Magdalena und Wappen der Sickinger von 1523.
Im Jahre 1523 wurde die Kirche von Bischof Georg von Speyer eingeweiht. Die Sacristei befindet sich in einem Teil des noch älteren Turmes. Um 1600 kam ein sogenanntes Paradies vor das Kirchenportal mit einer Inschrift. Letztere kann man heute noch lesen: „Alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt biss uff Johannes. Johannes spricht: Sihe, das ist dass Lamm Gottes". Das Paradies ist abgebrochen. Bis 1833 war auch der Friedhof um die Kirche. In der Kirche befindet sich ein Taufstein von 1814, der Aufsatz ist von 1750.
Im Jahre 1625 ließ eine Witwe von Sickingen ihre Kinder katholisch erziehen und es kamen wieder Katholiken nach Sickingen, besonders aus Franken, die Evangelischen zogen meist nach Flehingen.
Ab 1648 ist wieder ein kath. Pfarrer in Sickingen, und die Kirche wurde von beiden Confessionen benutzt. Die Herren von Sickingen waren im Reich hoch angesehen: Jahrhundertelang hatten sie bei der Kurpfalz die Stelle als Marschälle, Hofmeister, Vögte etc. inne.
Im Jahre 1350 ist Reinhard von Sickingen als Bischof von Worms erwähnt. 1773 wurden sie in den Reichsgrafenstand erhoben. Zwölf Grabdenkmäler der Sickinger bilden den einzigartigen Schmuck dieser Dorfkirche. Auch ein Wappenstein der Sickinger (fünf weiße Kugeln auf dunklem Grund) ist am Treppenaufgang zur Kirche zu sehen (1552). Eine Erzählung berichtet, daß bei dem Streit der beiden Sickinger Brüder der Sieger dem anderen fünf Schneeballen nachgeworfen hätte(sieh unter Flehingen).
In der Gruft unter dem Chor ist der letzte Sickinger, Joseph Karl (1718 - 1787) beigesetzt. Der letzte Sickinger, Graf Franz, mußte 1808 wegen Überschuldung die Grundherrschaft verkaufen.Die Franzosen hatten ihm viele Güter geraubt. Er starb auswärts im Jahre 1836 in tiefer Armut.
Die Burg der Sickinger ist erstmals 1340 erwähnt, stand als Burg und Wasserschloß noch bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde es abgebrochen. Nur noch ein Kellerbau und ein Ökonomiehaus sind unterhalb der Kirche vorhanden.
Das heutige Pfarrhaus ist 1852 erbaut. Der Pfarrer von Sickingen muß seit 1974 Flehingen mitversorgen.
Seit mehr als 10 Jahren ist Sickingen mit seiner ältesten Kirche Namensgeber der Seelsorgeeinheit und (seit 2015) Kirchengemeinde Sickingen zu der die katholischen Gemeinden von Flehingen, Sickingen, Zaisenhausen, Sulzfeld und Kürnbach gehören.
In den Jahren 1970-1985 ist die Kirche renoviert worden, das Pfarrhaus 1962 und 2004.
Quelle: "Das katholische Dekanat Bretten" von Pfarrer Dieter Göpfert.


